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Geschichte


Das Fundament des heutigen Hotels und Restaurants Schlüssel wurde 1269 als Teil der Häuser am Krienbach zusammen mit der Stadtmauer, dem Burgertor und dem Konvent der Barfüsser erbaut – nur gerade 2 Stockwerke hoch. Als Baujahr des heute ersichtlichen, spätgotischen Steinhauses wird aufgrund des Renaissancetürsturzes das Jahr 1545 angegeben. Die sandsteinerne Türbekrönung zeigt reine Renaissanceformen. Die Muschellünette mit dem kleinen Emblem zweier gekreuzter Schlüssel wird von einem Stichbogen umrahmt, der auf den Köpfen eines Löwen und einer Löwin ruht. Auf dem Bogen liegen zwei groteske, aus pflanzlichen, tierischen und menschlichen Formen zusammengesetzte Drachenwesen. 

In der Häuserchronik des Stadtarchivs Luzern wird erstmals Hans von Lauffen 1591 als "Burger und Würdt" der Herberg zu "Schlüssel" in der niederen Stadt Luzern  vermerkt. Unter dem Schild bzw. der Taverne mit päpstlichen Gewaltsschlüsseln und der dreifachen Krone stehend, beherbergte "Schlüssel" 1570 Karl Borromäus, den Kardinal von Mailand, welcher vom Papst nach Luzern entsandt wurde, um den "Goldenen" bzw. "Borromäischen Bund" am 5. Oktober 1586 zum Erhalt des "rechten, wahren katholischen Glaubens" zu schliessen. Den Überlieferungen zufolge sollte dieser hohe Besuch dem "Schlüssel" zum Ruf einer vornehmen Herberge sowie zum Eintrag in den "Martini-Plan" verhelfen. Heute wird der Restaurantsaal im ersten Stock "Borromäus-Saal" genannt, welcher nach wie vor mit den ursprünglichen Stapfelfenstern geschmückt ist. 

 Luzern anno 1597

Zwischen 1574 und 1578 bot das Wirtshaus den Jesuiten erste Unterkunft, Kollegium und Schule, bis sie den Ritterschen Palast beziehen konnten. Noch heute bietet der "Schlüssel" Studierenden Unterkunft und Verpflegung, sei es in den im 20. Jahrhundert durch die "Dr. Fritz Roelli, Stiftung" und die "Genosschaft zum Schlüssel" erbauten Mietwohnungen oder in der "Schlüssel-Stube". Das Hotel und Restaurant zum Schlüssel ist das Stammhaus der Studentenverbindung "Zofingia".

Von Beginn an wurde die Herberge zum "Schlüssel", heute ein historisches 2-Sterne-Hotel, gerne von berühmten und angesehenen Leuten wie dem Kaiser Sigismund, dem österreichischen Erzherzog Albrecht oder Carl Spitteler besucht. Im 2012 erlebt das Hotel eine zweite Renaissance, sowohl in architektonischer wie auch in kulinarischer Sicht und öffnet seine Türen für jeden Gast mit gutem Geschmack.  

 

 

Quellen:

Stadtarchiv Luzern.

Meyer, André, Denkmalpflege im Kanton Luzern 1986, in: Jahrbuch der Historischen Gesellschaft Luzern.

Reinle, Adolf, Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band III, Die Stadt Luzern: II. Teil, 1954.

Jenny, Hans, Kunstführer durch die Schweiz, Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 5. Aufl. 

Lauber, Werner, Carl Spitteler in Luzern, in: Luzern im Wandel der Zeiten, Eine Schriftenreihe, Heft 8.